EdTech ist die Zukunft des Lernens – individuell, am echten Bedarf orientiert

Allzu oft laufen Bildung und Weiterbildung bei uns noch im Gleichschritt ab. Der Blick ins Ausland zeigt: Das wird nicht so bleiben.

Ich bin in den letzten Jahren viel gereist, war in Finnland und den USA unterwegs – und habe dort die EdTech-Szene entdeckt. Was bedeutet EdTech? Der Begriff ist eine Wortschöpfung aus Education und Technology. Und das Ausland ist uns Deutschen dabei um Längen voraus. Um was geht es? Ganz einfach: Die Technologie wird genutzt, um daraus einen Mehrwert für die Bildung zu schaffen, um Lernerfahrungen zu verbessern und persönliche Lernpfade aufzuzeigen. Bei uns läuft es allzu oft nach dem Prinzip „im Gleichschritt“: zum Beispiel bei einer Excel-Grundlagenschulung – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen zu zwölft in einem Raum. Alle bekommen zur gleichen Zeit am gleichen Ort die gleichen Inhalte. Von diesen zwölf Teilnehmern sind aber garantiert ein paar dabei, die schon Vorkenntnisse mitbringen. Die langweilen sich. Andererseits gibt einige, die verstehen die Inhalte auch nach der zweiten Erklärung noch nicht. Also läuft der Unterricht zwangsläufig an einem Teil der Kursteilnehmer vorbei.

Gleiches Niveau in Schulungen?

Wie können wir es schaffen, dass alle Teilnehmer auf dem gleichen Niveau in den Präsenzkurs einsteigen? Hier hilft die digitale Technik. Mithilfe von Ed-Tech lässt sich zunächst der Lernstand ermitteln. Das bedeutet, die Teilnehmer zu Hause an ihrem Bildschirm abzufragen: Was weißt du? Welchen Stand hast du? Welche Kompetenzen bringst du mit? Denn stellen wir beispielsweise fest: Du weißt zwar, was Summen und Formeln in Excel sind, aber wir bereiten dich noch etwas weiter vor und erklären dir mit einem Videotraining oder einem anderen Mobile-Learning-Training, was es mit einer bedingten Formatierung auf sich hat. So entsteht also ein individueller Lehrplan. Und wenn der dann absolviert und der Erfolg durch eine Lernerfolgskontrolle, zum Beispiel durch ein Quiz, belegt wurde, lässt sich sagen: Jetzt bekommst du deine Eintrittskarte ins Präsenzseminar. Das hat gewaltige Vorteile. Das Niveau der Präsenzveranstaltung steigt deutlich – weil der Trainer gewisse Grundlagen voraussetzen und darauf aufbauen kann.

Lernerfolgskontrollen versus EdTech

Bei der Lernerfolgskontrolle gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir brauchen eine Selbsteinschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und eine objektive Fremdeinschätzung ihrer Leistungen, um ein rundes Gesamtbild zu bekommen. Wichtig ist, dass die Daten valide und aussagekräftig sind. Hier, das muss man einräumen, ist noch viel zu tun: Die Tests zur Lernerfolgskontrolle stecken vielfach in den Kinderschuhen. Auch bei der Auswertung und der Analyse des auf die Ergebnisse folgenden Lernprozesses gibt es Entwicklungsbedarfe: Heutzutage ist es noch so, dass der Trainer sich die Bögen anschaut und die Messungen analysiert. Er sagt dann, wie das darauffolgende Training aussehen soll, welche Schwerpunkte zu wählen sind. Bei EdTech geht es am Ende darum, dass der Algorithmus greift und aufgrund seiner Erfahrungen erkennt, welcher Lernweg zu empfehlen ist. Das wäre dann wie bei Amazon: Kunden, die dieses Buch gekauft haben, haben sich auch dieses Buch angesehen.

 

EdTech ist aber noch viel weiter gefasst – wie sich am Beispiel Sprachtrainings gut aufzeigen lässt. Müssen die überhaupt noch als Präsenzveranstaltungen ablaufen, also in einer Gruppe? Oder gibt es da nicht effizientere Methoden? Duolingo etwa ist eine Sprachlern-App, bei der sich der Lernende zunächst selbst einschätzt – und dann auch seinen Lernbedarf und seine Lernsituation definiert. Ich kann dann festlegen, was und wie viel ich lernen möchte – etwa: jeden Tag sieben Minuten Spanisch. Dann werde ich täglich am Smartphone durchs Programm geführt, bekomme Texte und Aufgaben, kann hineinsprechen – und lasse meine Aussprache prüfen. Das ist alltagstauglich und am individuellen Bedarf des Lernenden orientiert.

Alles in allem: EdTech bietet phänomenale Möglichkeiten für das Lernen der Zukunft.

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