Lern-Öko-Systeme – ein Kunde macht sich auf den Weg

Am Rande der EdTech Konferenz konnte ich viele gute Gespräche führen, Impulse aufgreifen und mich mit phantastischen Menschen austauschen. In einem Gespräch ging es z.B. um die Lern-Öko-Systeme, die viele Unternehmen heute beschäftigen

Was verstehen wir unter einem Lern-Öko-System?

Ein Lern-Öko-System ist für uns die gesamtheitliche Betrachtung des Lerners in den verschiedenen Lernräumen mit den unterschiedlichsten Lehr- und Lernformaten in der Bildungslandschaft. Wir unterscheiden hier nicht mehr zwischen offline und online Lernen, da für viele die Verschmelzung schon lange Realität und nicht mehr wegzudenken ist.

Für einen Autobauer entwickeln wir derzeit ein Lern-Öko-System und dabei ist es enorm wichtig, dass eine Zusammenarbeit zwischen den Kollegen der Bildungsstrategie, der Bildungskonzeption- aber auch den Trainern und der IT stattfindet. Je offener sich die Beteiligten austauschen, desto erfolgreicher können wir gemeinsam Lösungen für die zahlreichen herausfordernden Fragestellungen der Bildung im Konzern entwickeln.

Fast Learning

Die derzeit größte Herausforderung für den Autobauer besteht darin, sich an permanent veränderte Prozesse und Anforderungen anzupassen, um „Fast Learning“ zu ermöglichen. Lernen wird notwendiger denn je und zwar für immer mehr Mitarbeiter- egal in welcher Position, Abteilung oder in welchem Land. Das bisherige Lern-Öko-System wird den stetigen Anforderungen nicht mehr gerecht und die Personalentwicklung bzw. der Trainingsbereich kommt immer mehr unter Druck, um schnell gute Inhalte, individuell zur Verfügung zu stellen. Der bisherige Akademiebetrieb muss sich massiv wandeln, damit man weiter ein guter Dienstleister im Unternehmen bleibt und Upskilling für tausende von Mitarbeitern erfolgreich anbieten und Unterstützung bieten kann.

Eine zentrale Frage, die wir bearbeiten, lautet: Wie, wann und wo wollen unsere Mitarbeiter lernen“. Über welche Kompetenz sollen sie nach dem „Lernen“ verfügen? Was sollen sie besser, anders oder nicht mehr machen? Zusammen mit unserem Kunden entwickeln wir dazu sehr viele Ideen – mit diesen Ideen wächst unser Verstand zum Thema und wir kommen hoffentlich nicht wieder zur ursprünglichen Dimension zurück J

 

Wir denken bewusst auch quer und überlegen unter vielem anderen auch folgendes:

  • Können wir unsere Compliance Schulungen auch als Jump and Run Game auf den Fluren und in der Kantine spielen?
  • Wie können wir 7 Level bei einer Produktschulung weltweit einführen?
  • Welcher Inhalt und welches Format bieten den wirklich einen Mehrwert?
  • Wie binden wir „e“-Anteile wie Webinare, Learning Nuggets, Webquests in 170 verschiedenen Trainings ein?
  • Wie können wir ohne Agenturen schnell Inhalte erstellen und welche Kompetenzen benötigen wir dazu?
  • Wie können wir von den Big Data unserer bisherigen Trainings profitieren und welche Produkte können wir daraus entwickeln?
  • Welche Systeme können wir entwickeln, um das situative Lernen am Arbeitsplatz in einer konkreten Situation zu unterstützen?
  • Welches Upskilling ist für uns als Bildungsexperten notwendig und welche Rollen nehmen wir als Bildungsabteilung heute und morgen ein?

 

Starkes Spannungsfeld – Bildung der zwei Geschwindigkeiten

Nach einigen Strategiesitzungen konnten wir einen Plan für die nächsten Monate entwickeln und diesen setzten wir gemeinsam konsequent um. Hier wartet allerdings schon die nächste Herausforderung auf alle Beteiligten, da der bisherige Qualifizierungsbetrieb mit all seinen aufwändigen Prozessen, Abstimmungen, Ressourcenplanungen weiterlaufen und quasi zeitgleich das „neue System“ entwickelt und hochgefahren werden muss. Ich spreche daher gern von der Bildung der zwei Geschwindigkeiten, die von allen richtig viel abverlangt. Ob dieser Weg alternativlos ist, weiß ich nicht – jedoch kann sich jeder ausmalen, wenn wir als Bildungsorganisation im gegenwertigen Status verbleibenden…

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